VDP - Pressemitteilung

 

Pressemitteilung des VDP Sachsen-Anhalt vom 10. April 2006

VDP Sachsen-Anhalt fordert ein größeres Engagement des Landes bei der Ausbildung von Rettungsassistenten

Der Verband Deutscher Privatschulen (VDP) Sachsen-Anhalt e. V. fordert vom Land Sachsen-Anhalt ein größeres Engagement bei der Ausbildung von Rettungsassistenten. „Die hier auszubildenden Rettungsassistenten und die Rettungsassistentenschulen sollten nicht wesentlich schlechtere Bedingungen vorfinden als in unseren Nachbarländern Sachsen und Thüringen.“, so Jürgen Banse, Geschäftsführer des Verbandes.

Hintergrund dieser Forderung ist, dass zwar ein bundesgesetzlich geregeltes Rettungsassistentengesetz und eine dazugehörige Prüfungsordnung existieren, dieser wichtige Beruf aber nicht im dualen System verankert ist. In Sachsen-Anhalt ist diese Ausbildung dem Sozialministerium zugeordnet, d. h. die Rettungsassistentenschulen unterliegen nicht dem Schulgesetz Sachsen-Anhalts. Eine finanzielle Förderung der entsprechenden Schüler und/oder Schulen als Ersatz- bzw. Ergänzungsschulen ist deshalb ausgeschlossen. Die Absolventen eines derartigen Ausbildungsganges sind daher im Regelfall gezwungen, sämtliche Schulkosten selbst aufzubringen, wobei hier monatliche Kosten in Höhe von bis zu 500 € nicht unrealistisch sind. Diese Kosten sind für viele Jugendliche, die sich für diesen anspruchsvollen Beruf interessieren, nicht finanzierbar. In den beiden anderen Bundesländern der mitteldeutschen Region finden Schüler und Schulträger wesentlich bessere Bedingungen vor als in Sachsen-Anhalt. In Sachsen ist die Rettungsassistentenausbildung zwar auch dem dortigen Sozialministerium zugeordnet, allerdings gibt es dort eine verbindliche landesgesetzliche Regelung, wonach der Freistaat die entstehenden Ausbildungskosten im wesentlichen tragen muss. In Thüringen gar wurde kürzlich die Zuständigkeit vom Sozial- wieder auf das Kultusministerium übertragen. Da auch eine staatliche Berufsschule in Mühlhausen nunmehr diesen Bildungsgang anbietet, werden die privaten Anbieter inzwischen als (finanzhilfeberechtigte) Ersatzschulen geführt, die unter dem besonderen Schutz des Art. 7 Abs. 4 des Grundgesetzes stehen.

„Wir müssen deshalb ernsthaft damit rechnen, dass sich gerade junge Leute, die sich für die Rettungsassistenzausbildung interessieren, künftig eher für eine Ausbildung in Sachsen oder Thüringen entscheiden werden, die sie dort kostenlos oder mit wesentlich geringerem finanziellen Aufwand absolvieren können, als in Sachsen-Anhalt. Eine solche Entwicklung würde aber die in Sachsen-Anhalt bestehenden Förderprogramme des Wirtschaftsministeriums,
mit denen junge Frauen und Männer im Land gehalten werden sollen, geradezu konterkarieren. Daher muss sich das Land für diesen wichtigen Berufszweig mehr engagieren.“, so nochmals Banse.

Der VDP Sachsen-Anhalt setzt sich auch für das Weiterbestehen der Berufsfachschulen für Kosmetik und Medizinische Dokumentationsassistenz ein, deren Abschaffung durch das Land ebenfalls droht.


Verantwortlich für diese Pressemitteilung:

Jürgen Banse
Geschäftsführer VDP Sachsen-Anhalt