VDP - Pressemitteilung


Pressemitteilung des VDP Sachsen-Anhalt vom 12. März 2007

Wissenschaftliche Studien fordern Aufwertung freier Schulen

Drei in den letzten Tagen veröffentlichte Studien namhafter Institutionen unterstützen nachhaltig wichtige Positionen der freien bzw. privaten Schulen in Deutschland.

Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) Köln ist Herausgeber der Studie „Privatschulen in Deutschland, Regulierung-Finanzierung-Wettbewerb“. Darin wird u. a. nachgewiesen, dass die Schüler privater Schulen in Deutschland deutlich erfolgreicher bei den PISA- Tests 2000 und 2003 waren, als die Schüler vergleichbarer staatlicher Schulen. In der Lesekompetenz  schnitten sie beispielsweise wesentlich besser ab als der Gesamtsieger Finnland. Der Autor der Studie, der Bildungsforscher Helmut Klein, kommt auch mit Verweis auf viele andere Beispiele zu dem Schluss, dass freie Schulen zwar häufig erfolgreicher arbeiten würden als ihre staatlichen Pendants, sie ihnen aber gegenüber gerade in finanzieller Hinsicht in allen Bundesländern benachteiligt werden. Im bundesdeutschen Durchschnitt wird nach der IW-Studie für einen Schüler einer freien Schule ca. 2.800 € pro Jahr weniger vom Staat ausgegeben als für einen vergleichbaren „staatlichen“ Schüler. Dies sei ein Hauptgrund, warum sich Deutschland hinsichtlich seines Privatschüleranteils im OECD-Maßstab konstant im unteren Drittel befindet.

Nach einer Studie von Microsoft und dem Nachrichtenmagazin Focus entsprechen Privatschulen in weiten Teilen den Vorstellungen deutscher Personalchefs, wie eine gute Schule auszusehen hat. Hierzu hatte das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest u. a. 400 Personalverantwortliche und Ausbilder aus der Wirtschaft und Verwaltung nach Verbesserungsvorschlägen für das deutsche Schulsystem befragt. Genannt wurden vor allem eine größere Selbstständigkeit und Eigenverantwortung der Schulen, eine größtmögliche Freiheit bei der Auswahl der Lehrkräfte sowie eine ausgewogene individuelle Förderung von lernschwachen und – starken Schülern. All diesen Prinzipien sehen sich die Schulen in freier Trägerschaft schon immer im besonderen Maße verpflichtet.

Schließlich fordert der „Aktionsrat Bildung“ unter Leitung des Präsidenten der Freien Universität Berlin in seinem Jahresbericht 2007 eine radikale Bildungsreform. Alle Schulen sollten danach künftig grundsätzlich in großer Autonomie von privaten Trägern geleitet werden. Der Staat sollte für eine entsprechende Finanzierung der Schulträger unter gleichen Wettbewerbsbedingungen sorgen, also ähnlich, wie dies seit Jahren schon erfolgreich in den Niederlanden (einem der Siegerländer der jüngsten PISA-Studie) praktiziert wird.

Gewerkschaften wie der Verband Bildung und Erziehung (VBE) widersprachen hingegen den Schlussfolgerungen der Studien. Die Bildung müsse in Deutschland vom Einkommen der Familien entkoppelt werden. Deshalb solle die finanzielle Ausstattung sehr wohl bei staatlichen, nicht aber bei freien Schulen verbessert werden, so maßgebliche VBE-Vertreter.

Laut Manfred Zimmer, Vorsitzender des VDP Sachsen-Anhalt, sind dies jedoch sehr widersprüchliche Aussagen: „Folgte man der Logik der Gewerkschaften, würde dies bedeuten, dass die freien Schulen auf Sicht immer weiter ihre Schulgelder erhöhen müssten, um gegenüber den staatlichen Schulen halbwegs wettbewerbsfähig bleiben zu können. Die Konsequenz wäre, dass dann tatsächlich nur noch Kinder aus besonders vermögenden Haushalten die oftmals sehr innovativen freien Schulen besuchen könnten. Dies würde also gerade einer größeren Bildungsgerechtigkeit zuwiderlaufen. Der richtige Weg wäre vielmehr, freie und staatliche Schulen unter vergleichbaren Bedingungen  in einen nutzbringenden Wettbewerb um die erfolgreichsten pädagogischen Konzepte zum Wohle unserer Kinder treten zu lassen.“

Verantwortlich für diese Pressemitteilung:

Jürgen Banse
- Geschäftsführer VDP Sachsen-Anhalt -