VDP - Pressemitteilung


Pressemitteilung des VDP Sachsen-Anhalt vom 18. Januar 2010


VDP Sachsen-Anhalt plädiert auf Bildungskonvent für Bildungsvielfalt und fairen Wettbewerb

„Der vermittelnde Vorschlag des VDP Sachsen-Anhalt lautet, dem Modell der thüringischen Landesregierung zu folgen und die Gemeinschaftsschule bzw. AOS parallel neben den Grundschulen, Sekundarschulen, Gymnasien, Gesamtschulen und Förderschulen zuzulassen sowie langfristig eine schulträgerunabhängige Finanzierung durch ein Bildungsgutscheinsystem einzuführen.“ So beendete Jürgen Banse, Vertreter des VDP Sachsen-Anhalt im Bildungskonvent, seine Ausführungen vor den Konventsteilnehmern zu den Schulstrukturvorstellungen seines Verbandes.

Nach Auffassung des VDP Sachsen-Anhalt würde in erster Linie ein fairer Wettbewerb der Schulträger um die Gewinnung von Schülern zu einer deutlichen Verbesserung der Schulqualität staatlicher und freier Schulen im Land führen. Voraussetzung hierfür wäre aber u. a. die generelle Aufhebung der Schuleinzugsbereiche, die Beschäftigung der Lehrkräfte beim jeweiligen Schulträger, die Gewährung pädagogischer Freiheiten durch die Schulverwaltung (diese müsste jedoch das Erreichen vorgegebener Bildungsziele regelmäßig überprüfen) sowie die Ausgabe von Bildungsgutscheinen, die von den Schülerinnen und Schülern bzw. deren Eltern an der Schule ihrer Wahl eingelöst werden können.

Dabei könnten die unterschiedlichen pädagogischen Konzepte der Schulen und die individuellen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler besser aufeinander abgestimmt werden. „Ein sprachbegabtes Kind könnte beispielsweise eine Schule auswählen, zu deren Profil die Bilingualität gehört.“, so Banse.

Die Entscheidung über die pädagogische Ausprägung sowie über die konkrete Schulform sollte allein der jeweilige Schulträger treffen können. Dazu könnte auch die Entscheidung für eine Gemeinschaftsschule bzw. Allgemeinbildende Oberschule (AOS; Modell der SPD-Landtagsfraktion), in denen das längere gemeinsame Lernen im Vordergrund stehen soll, gehören. „Chancengleichheit durch Bildungsvielfalt – dieses Prinzip ist aus unserer Sicht der Königsweg.“ argumentiert der Geschäftsführer des VDP Sachsen-Anhalt. Dabei verweist er u. a. auf die positiven Beispiele des niederländischen Schulsystems und die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Kindertagesstätten in Sachsen-Anhalt.
Eine alternativlose Einführung der AOS bzw. der Gemeinschaftsschule, die zu einer Abschaffung anderer Schulformen (z. B. der Grundschulen) oder zu einer starken Eingrenzung (z. B. der Gymnasien) führen würde, lehnt der Verband aber ab.

Der Bildungskonvent arbeitet seit 2007 im Land Sachsen-Anhalt. Ihm gehören 37 ständige Mitglieder verschiedener gesellschaftlicher Institutionen und zwei Moderatoren an. Der Konvent soll auf Beschluss des Landtages vor dem Hintergrund internationaler Vergleichsstudien sowie der demografischen Situation in Sachsen-Anhalt Empfehlungen für ein leistungsfähigeres allgemeinbildendes und berufsbildendes Schulsystem, das den Anforderungen der Zukunft gerecht wird, erarbeiten.



Verantwortlich für diese Pressemitteilung:

Jürgen Banse
Geschäftsführer
VDP Sachsen-Anhalt