VDP - Pressemitteilung


Pressemitteilung des VDP Sachsen-Anhalt vom 21. November 2006

Schlechtes Ergebnis bei PISA-Nachuntersuchungsstudie auch Folge eines mangelnden Wettbewerbs zwischen allgemein bildenden Schulen

Nach der nunmehr vorliegenden neuen Studie „Pisa I plus“ lernen 40 Prozent der deutschen Schüler zwischen der 9. und 10. Klasse in Mathematik und den Naturwissenschaften nichts hinzu, acht Prozent aller Schüler büßen sogar Fähigkeiten ein.

Eine von mehreren Ursachen dieses erschütternden Ergebnisses sieht der VDP Sachsen-Anhalt in dem praktisch fehlenden Wettbewerb insbesondere zwischen den allgemein bildenden Schulen.
 
„Zwar können die Eltern frei zwischen den vorhandenen Kindertagesstätten wählen und auch im Hochschulbereich gibt es einen nicht geringen Wettbewerb der Universitäten um die besten Studenten. Im allgemein bildenden Schulbereich kann hiervon aber kaum die Rede sein.“, so Manfred Zimmer, Vorsitzender des VDP Sachsen-Anhalt. Für eine Wettbewerbsbelebung sorgen lediglich die Schulen in freier Trägerschaft mit ihren oftmals alternativen pädagogischen Konzepten, mit motivierten Lehrkräften sowie häufig mit einer ganztäglichen und individuellen Betreuung ihrer Schüler.
Allerdings besuchen in Sachsen-Anhalt gerade einmal 4 Prozent aller Schüler im allgemein bildenden Bereich Schulen in freier Trägerschaft, bundesweit sind es etwa 7 Prozent.

Manfred Zimmer zu diesen Zahlen: „Insbesondere die schwierigen Gründungsvoraussetzungen, also die lange Wartefrist von drei Jahren und die fehlende nachträgliche Erstattung von Aufwendungen während der Wartefrist, ist die Ursache für die nach wie vor zu geringe Zahl von Schulen in freier Trägerschaft.“.

Im staatlichen Bereich lehnen die Schulträger in Sachsen-Anhalt trotz der gesetzlich eingeräumten Möglichkeit oftmals die Freigabe ihrer (eingeschränkten) Schuleinzugsbereiche ab, so dass ein Kind - unabhängig von der Qualität der Bildungsangebote – nur die ihm zugewiesene Schule besuchen kann, wenn sich dessen Eltern nicht für einen der wenigen freien Schulträger entscheiden. Die freien Schulen beklagen zudem, dass sie im Verhältnis zu staatlichen Schulen insbesondere wegen der geringeren finanziellen Förderung deutliche Wettbewerbsnachteile haben und sie darum im Regelfall zu einer Schulgelderhebung gezwungen sind.

Deshalb lautet die Forderung des VDP Sachsen-Anhalt auch, den Wettbewerb der Schulen unter gleichen Wettbewerbsbedingungen stärker zu fördern, ähnlich wie dies in den Niederlanden (im Spitzenfeld bei den aktuellen PISA-Untersuchungen) bereits seit Jahren vorbildlich umgesetzt wird. Dort besuchen inzwischen etwa 75 Prozent aller Schüler Schulen in freier Trägerschaft.

Dass ein intensiverer Wettbewerb der Schulen untereinander den Schülern, Kommunen und langfristig selbst den Unternehmen zugute kommen würde, zeigt eindrucksvoll das Beispiel der Stadt Aschersleben. Diese wurde – auch aufgrund ihrer umfänglichen Aktivitäten bei der Unterstützung freier Schulgründungsinitiativen – jüngst durch den Ostdeutschen Sparkassenverband als Kommune des Jahres ausgezeichnet.

Verantwortlich für diese Pressemitteilung:

Jürgen Banse
Geschäftsführer VDP Sachsen-Anhalt