VDP - Pressemitteilung


Pressemitteilung des VDP Sachsen-Anhalt vom 24. September 2008

VDP Sachsen-Anhalt zum 2. Deutschen Weiterbildungstag - Nun ist die Politik gefordert!


Nun ist die Politik gefordert!
Unter dem Motto „Bildung ist Zukunft“ findet am 26.09.08 der mit bundesweit mehr als 500 Veranstaltungen begleitete 2. Deutsche Weiterbildungstag statt. Der Schirmherr des Weiterbildungstages ist Bundespräsident Dr. Horst Köhler, zahlreiche weitere Prominente wie z. B. Tom Buhrow, Jürgen von der Lippe, Bastian Pastewka, Heiner Brand, Peter Lohmeyer oder Marietta Slomka unterstützen das Anliegen der Veranstalter, die breite Öffentlichkeit auf die Wichtigkeit des lebenslangen Lernens aufmerksam zu machen. Der Bundesverband Deutscher Privatschulen ist als einer der Kooperationspartner in die Organisation und Durchführung dieses bundesweiten Aktionstages mit eingebunden.

Nach Ansicht des VDP Sachsen-Anhalt sollte der Weiterbildungstag auch dazu genutzt werden, Lösungen dafür zu finden, wie die Bürger unseres Staates, die aus eigener Kraft nicht selbst dazu in der Lage sind, eine für sie notwendige berufliche Weiterbildung zu finanzieren, wirkungsvoll und nachhaltig unterstützt werden können.
Hierfür reiche es nicht aus, lediglich von den Unternehmen verstärkte Anstrengungen bei der Qualifizierung ihrer Mitarbeiter einzufordern oder teure Weiterbildungskampagnen unter dem Motto „Weiter durch Bildung“ zu initiieren.

„Politik, Bundesagentur für Arbeit und die Jobcenter müssen sich fragen lassen, wie es vor allem angesichts des vorhandenen Fachkräftemangels dazu kommen konnte, dass beispielsweise in Sachsen-Anhalt der Bestand an durch Weiterbildung geförderte Arbeitslose von knapp 31.700 (März 2000) auf ca. 4.700 (März 2008) abgesunken ist. Außerdem ist es nicht nachvollziehbar, wenn einerseits die Bundeskanzlerin pressewirksam zum Bildungsgipfel lädt, während andererseits das Bundeskanzleramt die Tatsache, dass vor allem Arbeitslosengeld-II-Empfänger kaum noch durch eine zielgerichtete berufliche Weiterbildung gefördert werden, damit rechtfertigt, dass bei den Langzeitarbeitslosen die Vermittlungshemmnisse am größten seien und man daher auf andere Arbeitsmarktinstrumente wie ABM oder 1-€-Jobs zurückgreifen müsse. Genau diese anderen Arbeitsmarktinstrumente sind aber kaum dazu geeignet, Arbeitslosengeld-II-Empfänger wieder dauerhaft auf dem 1. Arbeitsmarkt zu etablieren.“, so Jürgen Banse, Geschäftsführer des VDP Sachsen-Anhalt. 

Diese These wird durch die Ergebnisse des Evaluationsberichtes zu den Hartz-Reformen untermauert. Dort wurde dem Arbeitsmarktinstrument „Förderung der beruflichen Weiterbildung“ im Gegensatz zu den meisten anderen Förderinstrumentarien eine besonders hohe Effizienz bescheinigt.
Als aktuelles Beispiel für das volkswirtschaftliche Erfordernis, mehr für die berufliche Weiterbildung von Arbeitslosen zu tun, verweist Banse auf die Absicht des Bundesgesundheitsministeriums, in den nächsten drei Jahren 21.000 neue Stellen für Krankenschwestern sowie Kranken- und Altenpfleger zu schaffen. Dieses Ziel, so der Landesgeschäftsführer, sei angesichts des jetzt schon vorhandenen Mangels an ausgebildeten Pflegekräften nur zu erreichen, wenn man auch motivierten Arbeitslosengeld- I- und –II-Empfängern die Chance geben würde, entsprechende Qualifikationen zu erreichen. Deshalb sei es beispielsweise dringend notwendig, dem Arbeitsmarktinstrument „Förderung der beruflichen Weiterbildung“ in den Sozialgesetzbüchern Teil II und III eine höhere Priorität einzuräumen.
 
Verantwortlich für Inhalt der Pressemitteilung:

Jürgen Banse

Geschäftsführer
VDP Sachsen-Anhalt