Landtagswahl 2026: Was planen die Parteien für die freie Bildung?
VDP Sachsen-Anhalt wertet Wahlprogramme aus
Welche bildungs- und arbeitsmarktpolitischen Ziele verfolgen die Parteien zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt? Welche Rolle spielen Schulen in freier Trägerschaft? Wie positionieren sich die Parteien zu Fachkräftesicherung, Integration, Inklusion oder dem Abbau bürokratischer Hürden?
Um solche Fragen beantworten zu können, hat der VDP Sachsen-Anhalt die Wahlprogramme der Parteien ausgewertet, die derzeit im Landtag vertreten sind oder realistische Chancen auf den Einzug in den neuen Landtag haben. Berücksichtigt wurden die Programme von CDU, SPD, FDP, AfD, Die Linke, Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) und Bündnis 90/Die Grünen.
Die Auswertung bündelt die Positionen der Parteien zu zentralen Themen und bietet damit eine sachliche Orientierung vor der Landtagswahl am 6. September 2026.
Im Mittelpunkt der Analyse stehen insbesondere:
- bildungspolitische Vorhaben,
- Aussagen zu Schulen in freier Trägerschaft,
- Integration und Inklusion,
- Arbeitsmarktförderung,
- Bürokratieabbau,
- Transformation von Wirtschaft und Arbeitswelt sowie
- die Ausbildung in Gesundheits- und Sozialberufen.
Die Auswertung kurz & knapp
Freie Schulen
Nahezu alle Parteien thematisieren die Arbeit der Schulen in freier Trägerschaft. CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP heben ausdrücklich deren Bedeutung für das gesamte Schulwesen hervor und sprechen sich zumindest teilweise für eine verlässliche bzw. faire und transparentere Finanzierung aus. Auch Die Linke bekennt sich zu fairen Entwicklungsbedingungen, bewertet die wachsende Bedeutung freier Schulen jedoch vor dem Hintergrund des Rückgangs öffentlicher Schulen. AfD und BSW treffen hierzu keine konkreten Aussagen.
Schulstruktur
Die Konzepte reichen vom Erhalt bestehender Schulformen bis hin zu umfassenden Reformen. Während CDU und AfD am Förderschulsystem festhalten beziehungsweise dieses stärken wollen, setzen Bündnis 90/Die Grünen auf einen deutlichen Ausbau inklusiver Bildung und den Abbau von Förderschulen. SPD, Die Linke und BSW verfolgen unterschiedliche Modelle längeren gemeinsamen Lernens oder einer Weiterentwicklung der Gemeinschaftsschule.
Inklusion und Integration
Kaum ein Themenfeld wird so unterschiedlich bewertet wie Inklusion und Integration. Bündnis 90/Die Grünen und BSW wollen Inklusion weiter ausbauen. Die AfD fordert ein Ende der Inklusion und sieht den Bildungsauftrag der Schule ausschließlich in der Vermittlung fachlicher Kompetenzen. Auch bei der Integration und Sprachförderung setzen die Parteien unterschiedliche Schwerpunkte.
Fachkräftesicherung und Ausbildung
Alle Parteien erkennen den Fachkräftemangel als Herausforderung an. Die vorgeschlagenen Lösungen unterscheiden sich jedoch deutlich: von einer stärkeren beruflichen Orientierung und praxisnahen Ausbildung über Reformen der Schulstruktur bis hin zu einer gezielten Förderung der Gesundheits- und Sozialberufe oder über arbeitsmarktpolitische Maßnahmen wie z.B. berufliche Weiterbildungen.
Bürokratieabbau und Schulverwaltung
Mehrere Parteien wollen Schulen und Bildungsträger von Verwaltungsaufwand entlasten. Die SPD kündigt eine vereinfachte Finanzierung freier Schulen und weniger Berichtspflichten an, die FDP schlägt eine grundlegende Neuausrichtung des Landesschulamtes zu einer Personalserviceagentur vor. Auch andere Parteien greifen Verwaltungsvereinfachungen in unterschiedlichem Umfang auf.
Fazit
Die Parteien messen Bildung und Fachkräftesicherung durchweg eine hohe Bedeutung bei. Besonders deutlich unterscheiden sie sich jedoch bei der Rolle freier Schulen, der Finanzierung des Bildungssystems, der Ausgestaltung von Inklusion und Integration sowie bei der künftigen Schulstruktur.
Die vollständigen Auswertungen ermöglichen einen direkten Vergleich der Positionen und bieten eine fundierte Orientierung vor der Landtagswahl am 6. September 2026.
Die vollständigen Auswertungen der einzelnen Parteien finden Sie hier:
