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Neuigkeit

VDP-Podiumsdiskussion in Magdeburg: Klares Bekenntnis zu Freien Schulen vor der Landtagswahl

Gut vier Monate vor der Landtagswahl am 6. September 2026 zogen die Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD und FDP beim Politik-Talk des VDP Sachsen-Anhalt Bilanz – und gaben Freien Schulen klare Signale für die kommende Legislatur.

Die Fraktionsvorsitzenden Guido Heuer (CDU), Dr. Katja Pähle (SPD) und Andreas Silbersack (FDP) haben sich beim Politik-Talk des VDP Sachsen-Anhalt in der Freien Waldorfschule Magdeburg zur Entlastung der Schulen in freier Trägerschaft bekannt. Unter dem Titel „Bilanz und Ziele der Koalitionsparteien“ zogen die drei Vertreter der aktuellen Regierungskoalition am Dienstag, 19. Mai, gemeinsam mit VDP-Vorsitzender Katrin Hochheiser und Geschäftsführer Jürgen Banse Bilanz – und blickten nach vorn. 

Bei den Koalitionserfolgen herrschte Einigkeit: Umstellung auf Vollkostenlogik, Angleichung der Kostensätze für Schülerinnen und Schüler mit Beeinträchtigungen, zusätzliche Investitionsmittel über das Sondervermögen sowie die Schulgeldfreiheit für Gesundheitsberufe. Heuer erinnerte daran, dass über 30 Millionen Euro zusätzlich in das System eingebracht und die Umstellung auf Vollkostenlogik erreicht worden sei – keine Selbstverständlichkeit angesichts der schwierigen Haushaltslage.

Bürokratie auf dem Prüfstand

Alle drei Fraktionsvorsitzenden sprachen sich einhellig dafür aus, die Wirtschaftsprüferpflicht beim jährlichen Finanznachweis abzuschaffen. Silbersack nannte sie „überflüssig wie ein Kropf“ – Schulen reichten bereits umfangreiche Unterlagen mit Steuerberater ein; der zusätzliche Wirtschaftsprüfer erzeuge nur Kosten ohne Mehrwert. Auch der aktuelle Entwurf der neuen Verordnung für Schulen in freier Trägerschaft sorgte für Unmut: Statt der versprochenen Vereinfachung sehe er neue Anzeigepflichten und engere Fristen vor. Alle drei stellten klar, dass die Verordnung in dieser Form nicht kommen werde.

Finanzierung: Fortschritte, aber noch nicht am Ziel

Banse mahnte, dass die tatsächliche Finanzierungsquote trotz aller Fortschritte bei rund 70 Prozent liege – zu wenig, gemessen am Gleichstellungsgebot des Grundgesetzes. Pähle räumte ein: „Der erste Entwurf zur Finanzierung der Freien Schulen war ein Schlag ins Gesicht. Wir haben das als Koalition in großer Kraftanstrengung gemeinsam geändert.“ Der VDP fordert für die nächste Legislatur eine transparente Berechnungsgrundlage und schrittweise Annäherung an vollständige Gleichbehandlung. Banse: „Wenn alle Beteiligten wissen, worüber sie reden, entspannen sich die Gespräche erheblich – auch wenn nicht alle Wünsche erfüllt werden können.“

Mit Blick auf die kommende Legislatur gaben alle drei eine klare Richtung vor. Heuer: „Das Finanzierungssystem muss über 2030 hinaus gemeinsam weiterentwickelt werden – mit den freien und den staatlichen Schulen. Das gehört zur Fairness dazu.“ Pähle betonte den sozialen Auftrag: „Es kann nicht sein, dass wir jungen Menschen einerseits sagen, wie wichtig Gesundheitsberufe sind – und sie andererseits mit Schulgeld abschrecken.“ Silbersack appellierte an die Anwesenden als Multiplikatoren: „Freie Schulen sind ein Standortfaktor für Sachsen-Anhalt. Sie ziehen Menschen an, die bewusst wählen, wohin sie ihre Kinder schicken. Diese Vielfalt zu erhalten ist keine Selbstverständlichkeit – sie muss verteidigt werden.“

VDP-Vorsitzende Katrin Hochheiser zog ein optimistisches Fazit: In den Wahlprogrammen fänden sich erfreuliche Aussagen zu Freien Schulen – an manchen Stellen sei aber noch Luft nach oben. Ihre Bitte an alle drei: „Nehmen Sie die Themen der Freien Schulen bei allen politischen Überlegungen mit." Banse ergänzte, dass der Abend gezeigt habe, wie viel möglich sei, wenn Träger und Politik offen miteinander redeten – und machte deutlich, dass der VDP diesen Dialog auch nach der Wahl einfordern werde.

 

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