Wie sich eine Inklusionsschule vor AfD-Plänen in Sachsen-Anhalt wappnet
Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt Anfang September rückt auch das Thema Inklusion in den Fokus: Die AfD hat angekündigt, im Fall einer Regierungsbeteiligung Kinder mit Behinderung wieder verpflichtend auf Förderschulen zu schicken, statt sie gemeinsam mit anderen Kindern zu unterrichten.
Der Deutschlandfunk Kultur hat dazu in seiner Reihe „Wehrhafte Demokraten“ die Montessori-Schule in Halle/Saale besucht – eine Grundschule, die Inklusion seit über 30 Jahren lebt und Mitglied im VDP Sachsen-Anhalt ist. Der Hörbeitrag von Autor Niklas Ottersbach lohnt sich für alle, die sich für die Zukunft von Inklusion nicht nur an Freien Schulen interessieren.
Worum es geht
Geschäftsführer Dirk Rohra beschreibt im Beitrag, wie die Schule in jeder Klasse drei bis vier Kinder mit Förderbedarf gemeinsam mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern unterrichtet, unterstützt von Förderschullehrkräften und Integrationsbegleitern. Rund 70 Prozent der Viertklässler erhalten eine Gymnasialempfehlung.
Die AfD-Pläne empfindet das Kollegium als Bedrohung: Sie schränkten die Wahlfreiheit der Eltern ein, so Rohrer. Zusammen mit dem VDP bereitet sich die Schule bereits juristisch, um im Ernstfall gegen eine entsprechende Umsetzung zu klagen.
Besonders eindrücklich sind die Stimmen der Eltern: Eine Mutter erzählt von den festen Freundschaften ihrer zehnjährigen Tochter mit Down-Syndrom, eine andere schildert offen, wie sich anfängliche Berührungsängste ihrer Tochter im Schulalltag aufgelöst haben und wie sie sich nun selbst ehrenamtlich in einem inklusiven Tanzverein engagiert, um dem drohenden Rückschritt etwas entgegenzusetzen.
Der Beitrag zeigt anschaulich, was auf dem Spiel steht, wenn rund 5.000 inklusiv beschulte Kinder in Sachsen-Anhalt betroffen wären und wie sich eine freie Schule aktiv dagegen wappnet.
Hier geht's zum Nachhören: Wehrhafte Demokraten – Inklusionsschule wappnet sich juristisch (Deutschlandfunk Kultur, Studio 9)







